Geschäftsführerhaftung

Die Pflichten und (persönlichen) Haftungsrisiken eines Geschäftsführers in der wirtschaftlichen Krise, insbesondere während einer bestehenden Insolvenzreife, sind umfassend und erheblich. Bei einer Verletzung dieser Pflichten drohen sowohl zivil- als auch strafrechtliche Konsequenzen. Insbesondere bei einem verspätet gestelltem Insolvenzantrag besteht ein Haftungsanspruch der Gesellschaft gemäß § 64 GmbHG i.V. mit § 15a InsO der ggf. durch den Insolvenzverwalter geltend gemacht wird. Geschäftsführer haften insoweit mit ihrem gesamten Privatvermögen.  Wir begleiten Sie in jeder Phase der Krise Ihres Unternehmens, unabhängig davon, ob eine Liquiditätskrise besteht, die Insolvenzreife eingetreten ist, ein Insolvenzantrag gestellt oder das Insolvenzverfahren bereits eröffnet wurde. Insbesondere auf folgende insolvenzrechtliche Themen sind wir spezialisiert:

- Geschäftsführer- und Vorstandshaftung (§ 64 GmbHG, § 92 AktG)

- Insolvenzverschleppung (§ 15 a Abs. 4 InsO)

- Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt (§ 266 a StGB)

- Insolvenzstraftaten (§§ 283 ff StGB)

Hauptaugenmerk unserer Beratung ist in erster Linie eine Vermeidung einer persönlichen Inanspruchnahme. Gerade wenn sich ein Unternehmen in der Krise befindet, gilt es Ihr persönliches Vermögen zu schützen. Wir empfehlen daher möglichst frühzeitig bei Vorliegen der ersten Krisenanzeichen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir prüfen für Sie, ob die Insolvenzgründe, namentlich die Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) und/oder die Überschuldung (§ 19 InsO), vorliegen. Ist eine Sanierung möglich, stehen wir mit Ihnen mit unserem wirtschaftlichen know-how zur Seite; anderenfalls stellen wir mit unserem insolvenzrechtlichen Wissen sicher, dass Haftungsansprüche vermieden werden.  Sprechen Sie uns gern an. 

Ihre LWS Rechtsanwälte, Fachanwälte für Insolvenzrecht 

 

FAQ

Die wichtigsten Informationen zur Geschäftsführerhaftung

Die Geschäftsführerhaftung ist in zwei Bereiche zu teilen. Zunächst einmal gibt es eine zivil- (I.) und eine strafrechtliche (II.) Haftung für Pflichtverletzungen von Geschäftsführern und Vorständen. 

I. Zivilrechtliche Haftung 

Hier ist zwischen den allgemeinen Pflichten eines Geschäftsführers gegenüber Dritten gegenüber der Gesellschaft sowie der Haftung in der Krise bzw. Insolvenz der Gesellschaft zu trennen. 

In einer Krise der Gesellschaft ist die Geschäftsführung einer Vielzahl von Haftungsrisiken ausgesetzt. Insbesondere droht eine Haftung gemäß § 64 GmbHG. Danach haftet ein Geschäftsführer, wenn er nach Eintritt der Insolvenzreife einer Gesellschaft, namentlich der Zahlungsunfähigkeit gemäß § 17 InsO und/oder der Überschuldung gemäß § 19 InsO noch Zahlungen vornimmt, die mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht vereinbar sind. Der Sorgfalstmaßstab bemisst sich hierbei allerdings am Zweck des Insolvenzverfahrens. Dies bedeutet, dass nur Zahlungen vorgenommen werden dürfen, die zur Erhaltung des Betriebs zwingend erforderlich sind. Mit anderen Worten: Die auch ein vorläufiger Insolvenzverwalter zugelassen bzw. genehmigt hätte. Zudem haftet ein Geschäftsführer nicht, wenn unmittelbar, möglichst im Rahmen eines Bargeschäfts eine gleichwertige Gegenleistung in das Vermögen der Gesellschaft geflossen ist. 

Die Exculpationsmöglichkeiten sind allerdings sehr eingeschränkt, so dass für jeden Geschäftsführer unerlässlich ist, dass er zu jederzeit weiß, ob das Unternehmen insolvent ist oder nicht. Gemäß § 15a Abs. 1 InsO hat ein Geschäftsführer unverzüglich, spätestens nach drei Wochen einen Insolvenzantrag zu stellen. Anderenfalls drohen die beschriebenen Geschäftsführerhaftungsansprüche. Diese drei Wochen-Frist gilt zudem nur, wenn eine Sanierung nicht unmöglich ist. 

II. Strafrechtliche Risiken

Gemäß § 15a Abs. 1 InsO ist ein Geschäftsführer bzw. Vorstand einer Kapitalgesellschaft verpflichtet, bei Vorliegen der Insolvenzgründe unverzüglich, spätestens nach drei Wochen einen Insolvenzantrag über das Vermögen der Gesellschaft zu stellen. Eine Verletzung dieser Pflicht wird gemäß § 15a Abs. 4 InsO mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

 

 

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